Typ X „Minenleger“

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Im Jahr 1938 wurde der Typ X als hochseetaugliches Minenleger U-Boot konzipiert und entwickelt, um auch weit entfernte Küsten und Häfen mit Seeminen zu versetzen. Das Design des Typs ähnelte stark dem schon vorher entwickelten Typ IX. Aufgrund Unzulässigkeiten bei der Minenkonzeption wurde der Untertyp X A aber schon früh verworfen und es wurde mit der Konstruktion des neueren Typs X B begonnen. Der Typ X B, bei welchem die Minenprobleme behoben werden konnten, wurde dann mit deutlich kleineren Ausmassen in Serie produziert.

Typ X B

Gebaute Einheiten8
U-Boot NummernU116 – U119 / U219 / U220 / U233 / U234
Besatzung52 Mann
Höchstgeschwindigkeit (über Wasser)17 kn
Höchstgeschwindigkeit (getaucht)7 kn
Reichweite (über Wasser)18450 sm bei 10 kn
Reichweite (getaucht)93 sm bei 4 kn
Maximale Tauchtiefe150 m
  
Torpedorohre2 Stück (2 Heck)
Torpedokapazität15 Torpedos
Minenschächte3 x 6 Stück
Minenkapazität66 Minen
Flakgeschütz3 x 2.0 cm L/65 C/30 Flak / 1 x 3.7 cm M 42 schwere Flak
Deckgeschütz1 x 10.5 cm Utof L/45 Sk
  
Länge89.8 m
Breite9.2 m
Höhe9.4 m
Tiefgang4.7 m
Verdrängung (über Wasser)1763 Tonnen
Verdrängung (getaucht)2177 Tonnen

Wie bereits gesagt, ähnelt der Typ X B vom Aussehen sehr dem Typ IX, welcher einige Jahre früher entwickelt wurde. Das Ziel war es, einen Minenleger mit grosser Reichweite zu entwickeln, der auch in weit entfernten Küstengewässern, wie zum Beispiel der Ostküste Amerikas oder im Golf von Mexiko, operieren konnte.

Was den Typ X B besonders im Vergleich zu früheren oder späteren U-Boot Typen ausmacht, war neben den Ausmassen, welche mit fast 90 m Länge und über 9 m Breite enorm waren, seine Bewaffnung. Geschütze besass der Typ X B dieselben wie auch schon der Typ IX. Auf dem Vorderdeck befand sich ein 10.5 cm Deckgeschütz zum Überwasser-Angriff und zur Verteidigung gegen feindliche Schiffe. Auf der Plattform im Wintergarten des Turmbaus befand sich auch, wie bei den meisten U-Booten, ein 2.0 cm C/30 Flakgeschütz zur Verteidigung gegen alliierte Flugzeuge. Auf dem Hinterdeck wurde zur weiteren Luftverteidigung noch eine 3.7 cm M 42 schwere Flak platziert. Was den Typ X B jedoch ausmacht, ist die Unterwasser-Bewaffnung. Als einziger U-Boot Typ der Deutschen im zweiten Weltkrieg besass er keine Bugtorpedorohre, jedoch 2 Hecktorpedorohre mit insgesamt 15 Schuss. Der eingesparte Platz im Boot wurde für seine Hauptbewaffnung genutzt. Die als Minenleger konzipierten Boote des Typs X B waren mit drei Gruppen mit jeweils sechs Minenschächten ausgestattet. Eine Gruppe befand sich auf der Steuerbordseite neben dem Turmbau, eine auf der Backbordseite und die letzte auf dem Vorderdeck, wo durch die fehlenden Torpedorohre, nun Platz für weitere Minenschächte war. Insgesamt konnte das Boot so bis zu 66 Minen transportieren und in feindlichen Gewässern, weit weg von der Heimat, platzieren.

Später im Krieg wurden dann auf den Booten das Deckgeschütz entfernt, da dieses im späteren Kriegsverlauf keine Bedeutung mehr hatte (mehr dazu im Artikel zu den Deckgeschützen). Dafür wurden die Boote um zwei weitere 2.0 cm Flakgeschütze ergänzt.

Aufgrund der grossen Ausmasse der Typ X B Boote wurden sie im späteren Kriegsverlauf zum Teil umgerüstet um genauso wie die Boote des Typs XIV als «Hilfsversorger» zu dienen, welche die feindlichen Blockaden durchbrechen konnten. Dazu wurde die Fracht, die transportiert werden musste, in den Minenschächten der Boote verstaut.

Bis auf zwei Boote, U219, welche an die Japaner übergeben wurde und U234, welche nach der Kapitulation der Deutschen den Alliierten übergeben wurde, gingen alle anderen der insgesamt 8 gebauten Typ X B Boote im Einsatz verloren.

Artikelspezifische Quellen:

Deutsche U-Boote 1935 – 1945.  1999 – 2020 by Markus Hofmann. http://www.u-boote-online.de/typen/typ_xb.html

Typ X – Deutsches U-Boot-Museum. (2023, 28. März). Deutsches U-Boot-Museum. https://dubm.de/typ-x/

Type XB Mine-laying Boats – U-boat types – German U-boats of WWII – Kriegsmarine – Uboat.net. (o. D.). https://uboat.net/types/xb.htm