Funkmessbeobachtungsgeräte, heute eher bekannt unter dem Namen Radarwarngeräte, sind Geräte, welche elektromagnetische Wellen von fremden Radars messen können und dessen Position preisgeben sollen. Sie werden auch oft als passive Radars oder auch einfach FuMB bezeichnet.
Anfangs waren FuMB’s lediglich in der Lage im UKW-Bereich von 30 MHz – 300 MHz zu beobachten. Da aber die Radartechnologie der Alliierten immer kleinere Wellenlängen einsetzte, um die U-Boote und auch andere Ziele zu orten, war die Notwendigkeit da ein FuMB zu entwickeln, welches bei kleineren Wellenlängen funktionierte.
FuMB 1 „Metox“

Das FuMB 1 war das erste Funkmessbeobachtungsgerät, das ab dem Jahr 1942 auf deutschen U-Booten zum Einsatz kam. Der Name «Metox» bekam es von seinem Hersteller, der selbst Metox hiess. Metox bestand aus zwei Komponenten. Dies war zum einen der Empfänger und zum anderen die Antenne. Der Empfänger stiess über Kopfhörer, oder mit den Bordlautsprechern verbunden, ein Warnsignal aus, sobald es ein Radarsignal wahrnehmen konnte. Der Empfänger funktionierte im UKW Bereich bei einer Wellenlänge von 0,62 m bis 2,65 m. Dies ist ein Bereich von 113 MHz bis 484 MHz. Während eines Einsatzes wurde der ganze Wellenlängenbereich stets mittels eines Drehknopfs abgesucht. Wenn die Frequenz bekannt war, konnte damit sogar der Sender identifiziert werden.
Die Antenne von Metox befand sich ausserhalb des Bootes. Als erste Antenne wurde das sogenannte «Biskaya-Kreuz» genutzt. Dies war ein Kreuz aus Holz, an welches zwei Dipole befestigt wurden. Eines davon horizontal und das andere vertikal. Dieses Kreuz war durch die Turmluke durch ein Kabel mit dem Funkraum verbunden, wo sich der Empfänger befand. Das Kreuz musste von Hand in die Luft gehalten werden und in kurzen Abständen jeweils in 90° Winkeln ausgerichtet werden, damit es rundherum Signale empfangen konnte, was die Bedienung von Metox sehr erschwerte. So konnte man nur mit einer Genauigkeit von etwa 90° bestimmen, wo das Radarsignal herkam. Dies war jedoch nicht wichtig. Es war vor allem wichtig herauszufinden, ob man gerade geortet wird, da man sobald man ein Signal empfängt, sowieso gleich abtauchen wird, um nicht mehr geortet werden zu können. Der Name Biskaya-Kreuz kommt daher, dass man Metox sehr intensiv in der Bucht von Biskaya eingesetzt hatte. Fast alle U-Boote mussten auf dem Weg zu ihrem Einsatzziel diese Bucht durchqueren, weshalb sie auch stark von alliierten Fliegern patrouilliert wurde. Metox wurde eingesetzt, um rechtzeitig vor feindlichen Flugzeugen gewarnt zu werden. Ab März 1943 wurde dann die Biskaya-Kreuz-Antenne durch die Bali-Antenne ersetzt. Diese druckfeste Antenne war nun fest am Turmbau installiert und konnte auch Tauchfahrten standhalten. Die Bali-Antenne musste auch nicht mehr von Hand gedreht werden.
Bis anfangs 1943 war Metox sehr erfolgreich, aber die Alliierten begannen als Gegenmassnahme neue Radargeräte zu entwickeln, welche auf höheren Frequenzen arbeiteten als Metox sie wahrnehmen konnte. Die Deutschen dachten jedoch, dass die vom Gerät selbst ausgehenden Impulse dafür verantwortlich waren, dass das FuMB 1 seine Effektivität verloren hatte. Ein Eigenversuch, indem eine Luftwaffenmaschine die Impulse aus 70 km wahrnehmen konnte, betätigte diese Vermutungen und der Einsatz von Metox wurde ab dem 31. Juli 1943 verboten.
FuMB 7 „Naxos“
«Naxos» ist der Name für das FuMB 7, eine Weiterentwicklung vorheriger Funkmessbeobachtungsgeräte, welches dazu ausgelegt war, Radarsignale im Dezimeterwellenlängenbereich von 12 cm bis 8 cm oder 2500 MHz bis 3750 MHz zu empfangen. Es wurde von der Firma Telefunken gebaut und entwickelt, da am 3. Februar 1943 ein britischer Bomber abgeschossen wurde, welcher ein Radargerät besass, das im Dezimeterwellenbereich mit einer Wellenlänge von 9 cm oder 3330 MHz operierte. Von dieser Entdeckung waren die Deutschen schockiert, da sie dachten, ein Funkmessortungsgerät in diesem Wellenlängenbereich wäre nicht effektiv und da sie keine Funkmessbeobachtungsgeräte besassen, die diesen Wellenbereich abdecken konnten.
Naxos wurde ursprünglich dazu entwickelt, um Bomber, die die Städte Deutschlands angriffen, frühzeitig zu entdecken und auszuschalten, um möglichst wenig zivile Verluste erleiden zu müssen. Naxos wurde auf Flugzeugen installiert und konnte so den Seitenwinkel der Signale messen, jedoch nicht die Entfernung und die Höhe der gegnerischen Flugzeuge.
Als der BdU von dem in Rotterdam abgeschossenen Flugzeug mit Dezimeterwellen Radar erfuhr, wurden schnell Gegenmassnahmen eingeleitet. Das FuMB 7 Naxos wurde somit auf U-Booten installiert und mit der bereits existierenden druckfesten Bali-Antenne verbunden. Leider war dies kein Erfolg, da die Bali-Antenne im Dezimeterbereich praktisch unempfindlich war. Im September 1943 wurde dann das Naxos-Gerät mit einer neuen Antenne verbunden, der «Finger»-Antenne. Diese hatte aber lediglich eine Reichweite von 5 – 8 km, weshalb sie nahezu unbrauchbar war und man eine neue Antenne entwickeln musste. Ab Februar 1944, also schon nahe am Kriegsende, konnte diese neue Antenne namens «Cuba I Fliege» erstmals zusammen mit dem FuMB 7 eingesetzt werden und stellte sich endlich als sehr effektiv dar, um alliierte Dezimeterwellen-Signale zu empfangen. Die Antenne funktionierte bei einer Entfernung von 10 – 20 km zum Ziel. Was die Deutschen zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wussten, ist dass die Tatsache, dass die Alliierten bereits ein Radargerät entwickelt haben, welches auf Wellenlängen von 3 cm oder 10 GHz operierte. Das sind Wellenlängen, die sogar für das Naxos unsichtbar waren, was den Alliierten einen bedeutenden Vorteil gab.
Artikelspezifische Quellen:
Technical pages – German U-boats of WWII – Kriegsmarine – Uboat.net. (o. D.). https://uboat.net/technical/detectors.htm
Funkme Beobachtung. (o. D.). http://www.atlantikwall.info/radar/technik/fumb.htm
Oberkommando der Kriegsmarine. (1944). Funkmessgerätekunde. Geheimdokument. https://www.cdvandt.org/M-%20Dv-291-%20Funkmessgeraetekunde.pdf

