Die U-Boote des Typs II waren kleine Einhüllen-U-Boote, welche hauptsächlich zum patrouillieren der Küste benutzt wurden. Sie waren die ersten von der Kriegsmarine gebauten U-Boote im Jahr 1935 und bildeten somit auch die ersten Einheiten der deutschen U-Boot-Flotte. Vorläufer des Typs II wurden in Holland entwickelt und am Anfang auch ins Ausland verkauft, unter anderem an Finnland. Sie machten zum Beginn des 2. Weltkrieges einen großen Teil der deutschen Unterseeflotte aus und wurden bis 1941 ausgiebig an der Front eingesetzt. Nach 1941 wurden sie mehrheitlich von der Front zurückgezogen und in der Heimat als Schulungsboote für neue Matrosen, Offiziere und Kommandanten eingesetzt. Der Typ II bekam von den Matrosen schon bald den Spitznamen „Einbaum“, aufgrund der geringen Größe und der verhältnismäßig primitiven Technik an Bord. Ein Einbaum ist nämlich die primitivste Form, wie der Mensch ein Boot bauen kann: ein ausgehöhlter Baumstamm. Als Bewaffnung besaßen die Typ II Boote über 3 Torpedorohre, welche sich allesamt im Bug befanden. Aufgrund des geringen Platzes in den kleinen Booten, konnten insgesamt nur 2 Reservetorpedos mitgeführt werden, was zu einer Gesamt-Torpedokapazität von 5 Schuss führte.
Typ II A
| Gebaute Einheiten | 6 |
| U-Boot Nummern | U1 – U6 |
| Besatzung | 25 Mann (davon 3 Offiziere) |
| Höchstgeschwindigkeit (über Wasser) | 13 kn |
| Höchstgeschwindigkeit (getaucht) | 6.9 kn |
| Reichweite (über Wasser) | 1600 sm bei 8 kn |
| Reichweite (getaucht) | 35 sm bei 4 kn |
| Maximale Tauchtiefe | 120 m |
| Torpedorohre | 3 Stück (3 Bug) |
| Torpedokapazität | 5 Torpedos |
| Flakgeschütz | 1 x 2.0 cm L/65 C/30 Flak |
| Deckgeschütz | – |
| Länge | 40.9 m |
| Breite | 4.08 m |
| Höhe | 8.6 m |
| Tiefgang | 3.83 m |
| Verdrängung (über Wasser) | 254 Tonnen |
| Verdrängung (getaucht) | 303 Tonnen |
Der Typ II A war der erste Untertyp des Typs II, welcher die deutsche Kriegsmarine entwickelte und in Dienst stellte. Von diesem Typ wurden insgesamt 6 Einheiten fertiggestellt, welche die ersten 6 U-Boote der U-Boot-Flotte bildeten, nämlich U1 – U6. Neben den drei standardmäßigen Torpedorohren des Typs II, besaßen die U-Boote des Typs II A noch über ein 2.0 cm C/30 Flakgeschütz, welches zum Schutz vor feindlichen Flugzeugen diente und auf dem Vorderdeck platziert wurden. Die Produktion dieses Typs wurde aber zu Gunsten des verbesserten Typs II B schon bald eingestellt.
Typ II B
| Gebaute Einheiten | 20 |
| U-Boot Nummern | U7 – U24 / U120 / U121 |
| Besatzung | 25 Mann (davon 3 Offiziere) |
| Höchstgeschwindigkeit (über Wasser) | 13 kn |
| Höchstgeschwindigkeit (getaucht) | 7 kn |
| Reichweite (über Wasser) | 3100 sm bei 8 kn |
| Reichweite (getaucht) | 43 sm bei 4 kn |
| Maximale Tauchtiefe | 120 m |
| Torpedorohre | 3 Stück (3 Bug) |
| Torpedokapazität | 5 Torpedos |
| Flakgeschütz | 1 x 2.0 cm L/65 C/30 Flak |
| Deckgeschütz | – |
| Länge | 42.7 m |
| Breite | 4.08 m |
| Höhe | 8.6 m |
| Tiefgang | 3.9 m |
| Verdrängung (über Wasser) | 279 Tonnen |
| Verdrängung (getaucht) | 329 Tonnen |
Der Typ II B unterschied sich im Vergleich zu seinem Vorgänger II A hauptsächlich in der Reichweite, welche im Vergleich fast doppelt so gross war. Mit diesem deutlich vergrösserten Aktionsradius konnten die Boote des Typs II B vielfältiger eingesetzt werden. Abgesehen davon, dass der Typ II B etwa 2 m länger ist als sein Vorgänger, unterschied er sich äusserlich kaum. Er hatte die gleiche kleine und schmale Silhouette und verfügte über dieselbe Bewaffnung, nämlich 3 Torpedorohre mit insgesamt 5 Schuss sowie einem 2.0 cm C/30 Flakgeschütz.
Im Verlauf des Krieges ergab sich an der Ostfront gegen die Sowjetunion der Bedarf einer kleinen U-Flottille im Schwarzen Meer mit dem Ziel, die dort stationierte sowjetische Flotte bekämpfen zu können. Das Problem hierbei war, dass der einzige Zugang zum Schwarzen Meer direkt durch die neutrale Türkei führte, und man so die Boote nicht einfach ins Schwarze Meer verschieben konnte. Also mussten die Boote der neu aufgestellten 30. U-Flottille in Konstanza, via Elbe, einem Landabschnitt und der Donau, ins Schwarze Meer geführt werden. Dazu wurden 1941 sechs Boote des Typs II B ausgewählt, welche zu dieser Zeit lediglich als Schulungsboote dienten. Sie wurden ausgewählt, da sie die einzigen Frontboote, welche klein genug für den Transfer über Elbe, Donau und der damals neuen Autobahn waren, und auch genug Reichweite für den Kampf im schwarzen Meer besassen.
So liess das OKM im Sommer 1942 die U-Boote U9, U18, U19, U20, U23 und U24 nach Konstanza verlegen. Dazu wurden die Boote zuerst in Kiel zur Gewichts-Erleichterung ausgeweidet und durch den Nordsee-Ostsee Kanal sowie der Elbe nach Dresden geschleppt. Bei Dresden-Übigau wurden die Boote mithilfe von Spezialtransportern auf die neue «Reichsautobahn», welche an dieser Stelle die Elbe überquerte, transportiert und über 300 km mit 8 km/h Geschwindigkeit nach Ingolstadt, wo die Autobahn die Donau überquerte, gefahren. In der Donau wurden die Boote noch bis Wien und Linz geschleppt, wo sie dann wieder aufgerüstet wurden und teils mit eigener Kraft langsam durch die Donau ins Schwarze Meer fuhren. Am 27. Oktober 1942 ging die U24 als erstes der sechs Boote der 30. U-Flottille auf Feindfahrt im Schwarzen Meer. Als im Jahr 1944 die Sowjets immer weiter in den Westen vordrangen, waren die Boote der 30. U-Flottille abgeschottet im Schwarzen Meer. U9 wurde durch sowjetische Fliegerbombern getroffen. Die nicht mehr einsatzfähigen Boote U18 und U24 schleppten sich noch aus dem Hafen, um sich selbst zu versenken. U19, U20 sowie U23 versenkten sich selbst, nachdem Admiral Karl Döniz ihnen verweigerte, getaucht durch den Bosporus und die Dardanellen ins Mittelmeer zu flüchten.
Typ II C
| Gebaute Einheiten | 8 |
| U-Boot Nummern | U56 – U63 |
| Besatzung | 25 Mann (davon 3 Offiziere) |
| Höchstgeschwindigkeit (über Wasser) | 13 kn |
| Höchstgeschwindigkeit (getaucht) | 7.4 kn |
| Reichweite (über Wasser) | 3800 sm bei 8 kn |
| Reichweite (getaucht) | 40 sm bei 4 kn |
| Maximale Tauchtiefe | 140 m |
| Torpedorohre | 3 Stück (3 Bug) |
| Torpedokapazität | 5 Torpedos |
| Flakgeschütz | 1 x 2.0 cm L/65 C/30 Flak |
| Deckgeschütz | – |
| Länge | 43.9 m |
| Breite | 4.2 m |
| Höhe | 8.4 m |
| Tiefgang | 3.82 m |
| Verdrängung (über Wasser) | 291 Tonnen |
| Verdrängung (getaucht) | 341 Tonnen |
Der Typ II C war der dritte Untertyp des Typs II. Durch seine etwas grösseren Ausmasse und den allgemein besser optimierten Maschinen, besassen diese Boote über etwas mehr Reichweite als seine Vorgänger und konnten auch rund 20 m tiefer tauchen. Aber alles in allem war der Typ II C fast identisch zu seinem Vorgänger, dem Typ II B.
Typ II D

| Gebaute Einheiten | 16 |
| U-Boot Nummern | U137 – U152 |
| Besatzung | 26 Mann (davon 4 Offiziere) |
| Höchstgeschwindigkeit (über Wasser) | 12.7 kn |
| Höchstgeschwindigkeit (getaucht) | 7.9 kn |
| Reichweite (über Wasser) | 5650 sm bei 8 kn |
| Reichweite (getaucht) | 56 sm bei 4 kn |
| Maximale Tauchtiefe | 125 m |
| Torpedorohre | 3 Stück (3 Bug) |
| Torpedokapazität | 5 Torpedos |
| Flakgeschütz | 1-2 x 2.0 cm L/65 C/30 Flak |
| Deckgeschütz | – |
| Länge | 43.97 m |
| Breite | 4.92 m |
| Höhe | 8.4 m |
| Tiefgang | 3.93 m |
| Verdrängung (über Wasser) | 314 Tonnen |
| Verdrängung (getaucht) | 364 Tonnen |
Die meisten Unterschiede zu den anderen Typ II Untertypen besass wohl der Typ II D. Zwar war dieser U-Boot Typ über Wasser geringfügig langsamer als seine Vorgänger, konnte sich jedoch unter Wasser etwas schneller fortbewegen. Auch die Reichweite über und unter Wasser konnte noch einmal stark erweitert werden im Vergleich zu seinen Vorgängern. Der grösste visuelle Unterschied war aber der neue und überarbeitete Turmbau des Typs II D. Der Turm ist allgemein etwas länger geworden, um mehr Platz für die Wachmannschaft zu bieten. In späteren Kriegsjahren wurde sogar der Wintergarten am Turmbau vergrössert, um Platz für ein zweites 2.0 cm C/30 Flakgeschütz zu bieten. Dies wurde gemacht, da Flugzeuge im Verlaufe des Kriegs zu einer immer grösseren Bedrohung für die Unterseeboote wurden, da sie mit ihrer Reichweite fast den kompletten Atlantik patrouillierten und mit ihrem eingebauten Radar auch bei Nacht angreifen konnten.
Artikelspezifische Quellen:
U-boat types – German U-boats of WWII – Kriegsmarine – Uboat.net. (n.d.). https://uboat.net/types/
Typ II – Deutsches U-Boot-Museum. (2023, 28. März). Deutsches U-Boot-Museum. https://dubm.de/typ-ii/
Kloth, H. M. (2008, 4. Februar). DER SPIEGEL, Hamburg, Germany. https://www.spiegel.de/geschichte/zweiter-weltkrieg-u-boot-auf-der-autobahn-a-946602.html

